Die Druzhba-Pipeline wurde (laut Information aus der Ukraine) durch einen russischen Luftangriff beschädigt. Damit sind aktuell keine Lieferungen von Rohöl, das in den Raffinerien in der Slowakei, in Ungarn und in Österreich für die Aufbereitung zu Benzin, Diesel, Motoröl, Kerosin, usw. benötigt wird, möglich.
Nun kommt dieses Rohöl aus Russland. Aus meiner Sicht hat Russland wenig Interesse daran, die Lieferung selbst zu sabotieren und die Pipeline zu zerstören. Persönlich gehe ich von einem Luftangriff aus, der nicht gezielt die Pipeline beschädigen sollte.
Nun steht diese Pipeline nach meinen Informationen im gemeinsamen Eigentum der Ukraine und des MOL Konzerns. Dieser würde die Pipeline gerne reparieren, innerhalb von 4-5 Tagen sollte das machbar sein, allerdings möchte das die Ukraine nicht. Diese blockiert. Und damit nicht genug, Anna-Kaisa Itkonen, eine finnische EU-Beamtin und Pressesprecherin der Europäischen Kommission hat meinte dazu:
„ … we are in contact with Ukrainian authorities on the timeline of repairing this pipeline. It is very, very important, that this is not misinterpreted, to mean that we would be exerting any kind of pressure on Ukraine to repair the pipeline.“
Übersetzung: „Wir sind mit den ukrainischen Behörden im Kontakt, was den Zeitplan für die Reparatur dieser Pipeline betrifft. Es ist äußerst wichtig, dass dies nicht so missverstanden wird, als würden wir irgendeinen Druck auf die Ukraine ausüben, die Pipeline zu reparieren.“
Die Ukraine müßte das nicht unbedingt selbst reparieren, das würde wahrscheinlich der MOL Konzern übernehmen, aber die Ukraine muss das erlauben. Dass die Sprecherin der EU extra darauf hinweist, diesbezüglich keinen Druck auf die Ukraine auszuüben, kann ich nur als Frechheit bezeichnen.
Denn: es geht um die Versorgungssicherheit: in Ungarn, der Slowakei und in Österreich.
Die Raffinerien in Ungarn und in der Slowakei können nunmehr nur noch auf die Staatsreserven zurückgreifen. Das ist auch der Grund, warum nichts mehr exportiert werden darf.
Noch merkt man davon nicht viel im Bereich der Tankstellen.
Alternative Versorgungswege.
„Fertige“ Produkte (also kein Rohöl) wird zur Zeit aus Kroatien und Slowenien gebracht. Schiffe werden in Italien und Rijeka entladen. Von dort werden dann Diesel, Benzin, usw per Zugwaggon oder LKW nach Ungarn, in die Slowakei und nach Österreich transportiert. Nach den Informationen, die ich bekommen habe, wird auch die OMV in Schwechat teilweise so „versorgt“, da man über die Adria Pipeline die benötigten Mengen nicht zur Gänze durchleiten kann.
Tschechien, das hier ebenfalls betroffen ist, wird aktuell aus Deutschland versorgt.
Ich stelle mich schon einmal auf Knappheit und Preissteigerungen an den Tankstellen ein. Falls hier keine Lösung gefunden wird, sprich die Pipeline repariert wird, wird der März sehr spannend, und das nicht im positiven Sinne.
Zu diesem Problem kommt noch ein anderes hinzu, nämlich der Mangel an Gas.
Gerade jetzt sind in Norwegen zwei Bodenkompressoren kaputt gegangen. Diese befinden sich auf 1000 Meter Tiefe und müssen jetzt repariert werden. Man kann mit einem Ausfall von rund 2 Wochen rechnen.
Warum ist das für uns relevant?
Gasprobleme aus Norwegen.
Seit rund einem Jahr bezieht Österreich (und auch andere Staaten, unter anderem Deutschland) Flüssiggas aus Norwegen. Dieses Gas kommt über zwei Pipelines nach Deutschland, dort ins Netz, und wird dann nach Österreich weitergeleitet.
Nun gibt es zwar grundsätzlich auch Flüssiggas, das aus den USA nach Deutschland kommen soll. Dieses macht rund 10% vom gesamten Gas in Deutschland und Österreich aus. Allerdings hat die USA so ziemlich alles selbst behalten, weil es dort aufgrund der aktuellen Wetterlage dringend benötigt wird.
Somit wird auch Gas zur Mangelware. Und Deutschland, wo seit Tagen bereits von leeren Gasspeichern berichtet wird, wird demnächst Gas aus dem Speicher in Baumgarten in Österreich bekommen. Dazu muss man wissen: grundsätzlich fassen die Gasspeicher in Österreich in etwa einen Jahresbedarf. Aktuell sind diese aber nur zu 38,04 Prozent gefüllt.
Falls Sie gerne bei Umfragen teilnehmen möchten:
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Auswirkungen auf Strom.
Der Gasmangel betrifft nicht nur die Heizungen, sondern auch die Gaskraftwerke, die wir benötigen um Stabilität in den Strombereich zu bringen, der aufgrund der hohen Anteile von Wind- und Solarenergie besonders in den Wintermonaten sehr volatil ist. Wenn nämlich zu wenig Strom aus Windkraft, Solar und Wasserkraft zur Verfügung steht, dann muss man auf Pumpspeicherkraftwerke und auch auf Gaskraftwerke zurückgreifen. Das heisst, eine Mangellage bei Gas wirkt sich auch auf die Verfügbarkeit von Strom aus.
Ich denke, die Sanktionen gegen Russland im Energiebereich schaden Russland nicht. Sie schaden nur uns, der Bevölkerung in den EU-Staaten und den EU-Staaten selbst, was den Finanzhaushalt betrifft. Denken wir nur an die Strompreisbremse und die Zuschüsse, die in Österreich an die Haushalte ausgeschüttet wurden. Es gibt keine Fee, die Goldtaler vom Himmel wirft.
Vor kurzem hat Zsolt Hernádi, er ist CEO und Vorstandsvorsitzender des ungarischen Öl- und Gaskonzerns MOL Group, in einem Interview mit dem Portal Telex sehr ausdrücklich gewarnt.
Das Portal „UNGARN heute“ hat darüber berichtet. Zsolt Hernádi warnte vor massiven Versorgungsengpässen und wirtschaftlichen Schäden für Mittelosteuropa. Er sieht die aktuelle Sanktionspolitik als Bedrohung für die nationale Souveränität und die wirtschaftliche Stabilität, ist dort zu lesen. Weiters bezeichnete er die politisch motivierten Abkoppelungspläne als einen Akt der Selbstzerstörung.
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